Nachbarschaft


Die erste Fahne unserer Nachbarschaft wurde für 850 Reichsmark von der Godesberger Fahnenfabrik erworben und am 13.09.1926 durch Pfarrer Adolf Rosch in einem festlichen Gottesdienst im Mariendom eingeweiht. Diese Fahne durfte von 1928 bis 1974 nur bei der Beerdigung katholischer Nachbarschaftsmitglieder mitgeführt werden. Für evangelische Verstorbene gab es in dieser Zeit eine eigene Fahne für alle Nachbarschaften. Die erste Nachbarschaftsfahne wird heute im Andernacher Museum aufbewahrt. Erst unsere zweite Nachbarschaftsfahne, angeschafft 1974, wurde ökumenisch geweiht und konnte fortan bei den Beerdigungen von katholischen und evangelischen Nachbarn getragen werden.

 

Unsere zweite Nachbarschaftsfahne (Kosten etwa 2.000 DM) kommt heute auf dem Friedhof, zu besonderen Zeiten (Ostern / Weihnachten / Patronatsfesten) im Dom, Fronleichnam und besonderen Ereignissen in Andernach zum Einsatz.

 


Standort St.Johannes-Kapelle ab 2005 am Johannesplatz

Standort Aktienstr./Breite Str. bis 1936

Die Gründungsversammlung der St. Johannes-Nachbarschaft


fand am 14. Februar 1926 im Lokale des Nachbarn Breisig statt. Die neue Nachbarschaft zählt schon über 300 Nachbarn, wovon 161 erschienen waren.
Die Versammlung nahm einen schönen, harmonischen Verlauf, dank der guten Leitung des Nachbarn July und der tätigen Hilfe des vorbereitenden Ausschusses.
Nachbar July begrüßte die Versammlung mit herzlichen Worten und wies auf den Werdegang der neuen Nachbarschaft hin, der dann von Nachbar Herres
durch die Verlesung der letzten Protokolle der Kirchstrasse-Nachbarschaft verdeutlicht wurde.
Hierauf erfolgte die Wahl der Nachbarschaftsleitung.
Es wurden gewählt, als:
Amtmann: Bürgermeister a.D. Adam,
stellvertretender Amtmann: Bürodirektor July,
Prokurator: Nachbar Beitzel
Schultheiß:     „   Weggen,
Kassierer:      „   Pet. Kalenborn
Schriftführer:  „   Nach. Cordes
Die Schöffensitze wurden nach alter Sitte verlost und zwar diesmal 8 von den vorgesehenen 15 Sitzen, wozu dann noch die 2 von der alten Nachbarschaft
übernommenen Schöffen kommen und zwar die Nachbarn Aug. Reintges und Karl Holthaus.
Neue Schöffen wurden die Nachbarn:
Jean Düsterwald, Bürodirektor July,
Lorenz Becker, Matth. Spitzley,
Jakob Weber, Justizobersekretär Brunn,
Stadtverordneter Netz, Pet. Kalenborn.


Die Versteigerung der Schöffenstühle ergab eine Gesamtsumme von M 235,- wodurch der Fahnenfonds eine erfreuliche Bereicherung erhielt. Um es zu ermöglichen, daß die Fahne noch in diesem Jahre geweiht werden kann, soll, wenn die Verhältnisse es
erlauben, im Sommer nochmals eine Versammlung innerhalb der Nachbarschaft stattfinden.
Der Name St. Johannes-Nachbarschaft wurde beibehalten.
Es wurde beschlossen, in der neuen Nachbarschaft auch eine Sterbekasse einzurichten. Die Auszahlungssummen und die Umlage sollen in einer
demnächst stattfindenden Sitzung des Schöffenstuhls festgelegt werden.
Ein von der Obere-Kirchstraße-Nachbarschaft zugegangenes Telegramm, folgenden Inhalts:
„ Die Oberekirchgasse Nachbarschaft, die Mutter, entbietet ihren Kindern zu ihrer ersten Nachbarschaftsversammlung die besten Grüße und Wünsche „,
wurde noch verlesen, wofür genannter Nachbarschaft auch an dieser Stelle bester Dank ausgesprochen sei.
An den offiziellen Teil der Gründungsversammlung schloß sich ein sehr gemütlicher Unterhaltungsteil an, der ein von Nachbar Brunn gedichtetes Lied auf die neue Nachbarschaft, gemeinschaftliche Gesänge,
Musik und humoristische Vorträge brachte.


Cordes
Gerichtsschreiber